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Rekonstruktive Urologie & Inkontinenz

Die Rekonstruktive Urologie beschäftigt sich mit der Wiederherstellung morphologischer oder funktioneller Störungen des Urogenitaltrakts. Durch Operationen, Unfälle, Erkrankungen aber auch durch die Kindsgeburt, kann sich die Notwendigkeit der Rekonstruktiven Urologie ergeben.

Moderne rekonstruktive Techniken wie freier oder gestielter Gewebetransfer, Prothetik, Laparoskopie und Mikrochirurgie kommen zum Einsatz. Unter anderem durch die Entwicklung innovativer Operationsmethoden wie der Latissimus Dorsi Detrusor Myoplastie hat unsere Klinik mittlerweile internationale Bedeutung in der rekonstruktiven Urologie gewonnen.

Aktuelle wissenschaftliche Projekte beschäftigen sich mit dem Einsatz des Tissue Engineerings zur Rekonstruktion mittels im Labor hergestellter Gewebe. In absehbarer Zeit werden derartige Techniken auch für die Patientenversorgung zur Verfügung stehen.

Mögliche Symptome & Ursachen

Ursächlich auslösend können Operationen, Unfälle, Erkrankungen aber auch durch die Kindsgeburt sein, wodurch sich die Notwendigkeit der Rekonstruktiven Urologie ergibt.

Symptome sind für den Patienten oftmals nicht ohne weiteres zu erkennen. Sie können sich in mehr oder wenig ausgeprägten Symptomen äußern:

Niere / Nierenabgangsenge / Harnleiterenge

Druckgefühl in der Flanke bis hin zu einer akuten Kolik, aber auch symptomlos wenn sie sich langsam genug entwickelt.

(neurogene) Blasenentleerungsstörungen

Die Speicherung des Urins in der Blase bzw. Probleme, die beim Wasserlassen auftreten können durch verschiedene Ursachen gestört sein. Nervenveränderungen können in den unterschiedlichsten Lokalisationen geschädigt oder verändert sein, wodurch unterschiedliche Auswirkungen auf den unteren Harntrakt resultieren.

  • Nerven aus dem Rückenmark zum unteren Harntrakt in beide Richtungen führen (periphere Nerven).
  • Veränderungen oder Probleme im Rückenmark bzw. im Gehirn (zentrales Nervensystem (ZNS)) selbst liegen. Dazu gehören Erkrankungen wie Multiple Sklerose (MS) und die Parkinson-Erkrankung, aber auch Spina Bifida (Fehlentwicklung der Wirbelkörper) und die Verletzung des Rückenmarks (Querschnittverletzung).

Dazu gehören Nervenverletzungen, die Folge einer Operation sein können, aber auch durch Verletzungen/Unfälle im Bauchraum (im kleinen Becken: z.B. Mastdram, Vorsteherdrüse (Prostata), Gebärmutter etc.) resultieren.
Die Ursache kann aber auch in der Blase selbst liegen, dass diese sich „falsch“ verhält. Dieses wird als Drang bis hin zur Dranginkontinenz vom Patienten beschrieben. (Drang ist das Bedürfnis die Toilette aufzusuchen ohne dass ggf. entsprechende Zeit vergangen ist. Kommt es zusätzlich zum Urinverlust bevor die Toilette erreicht wird ist dieses eine Drangharninkontinenz).

Kann keine Ursache gefunden werden spricht man von einer idiopatischen Ursache, in diesem Fall der iOAB (idiopatisch überaktive Harnblase = idiopathic overactive bladder (OAB)).

Das Gegenteil wäre die Harnblase, die sich nicht richtige entleert obwohl keine Behinderung des Blasenausgangs vorliegt. Hierunter fallen im weitesten Ursachen der eingeschränkten bis aufgehobenen Kontraktilität der Harnblase (bis hin zur sogenannten akontraktilen Harnblase („lahme Blase“)). Der Patient kann schlecht oder kaum Wasser lassen, oder es verbleibt ein großer Restharn.

All diese Veränderungen können sich sehr unterschiedlich auf die Harnblase und ihren Verschlussmuskel auswirken und daraus resultierend die unterschiedlichsten Krankheitsbilder auslösen.

Verschlussmuskel / Harnröhre

Ursachen der Verschlussmuskelfehlfunktion aber auch des Funktionsverlustes können Ursachen auf der Seite der Nervenversorgung (Innervation) und/oder der muskulären Seite haben. Die Innervation betrifft alle die zum und vom betroffenen Organ hin/weg führenden Nerven.

Ist die muskuläre Seite betroffen bedeutet dies dass der Muskel selbst, in diesem Fall der Verschlussmuskel (Sphinkter) betroffen ist.

Der Patient stellt entweder fest, dass er/sie den Harnstrahl nicht unterbrechen kann oder der Urin unbemerkt wegläuft und es erst durch nasse Vorlage/Wäsche festgestellt wird. Beschrieben wird dieses als Belastungsharninkontinenz, die in entsprechende Grade eingeteilt wird. Ist die Harnröhre in irgendeiner Weise eingeengt oder nicht so flexibel kann dieses den Harnstahl beeinflussen. Liegt dieses vor spricht man von einer Harnröhrenenge (Harnröhrenstriktur).

In der Regel sind Männer betroffen, da ihre Harnröhre länger ist als die der Frau. Symptome sind oftmals Schmerzen in der Harnröhre unterhalb des Beckenbodens mit dem Gefühl, dass sich die Harnröhre oberhalb der Enge (Striktur) „aufbläst“ und der Harnstrahl schwach oder nur sehr dünn ist.

Eine Harnröhrenenge kann aber auch als Folge von Operationen sein (zum Beispiel der Prostata). Als Folge der radikalen Prostatektomie (zur Behandlung des Prostatakarzinoms) sind die Anastomosenstriktur oder nach Behandlung der Prostata bei gutartiger Vergrößerung (BPH) die Blasenhalsstriktur zu nennen.

Darüberhinaus können Verletzungen oder auch ehemalige Infektionen der Harnwege Ursache einer Harnröhrenenge sein.

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