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Prostatakarzinom

Das Prostatakarzinom ist mit 26 % die häufigste Krebserkrankung und mit 10 % die dritthäufigste Krebstodesursache bei Männern in Deutschland. Die Zahl der Neuerkrankungen ist in den letzten Jahren stetig gestiegen und lag 2008 bei etwa 63.400. Im Vergleich der Inzidenzzahlen kann man einen markanten Unterschied zwischen den industrialisierten Ländern und den Entwicklungsländern erkennen. Die Inzidenz liegt in Europa ca. bei 87/100000 und ist im Vergleich zu den asiatischen Ländern wie beispielsweise China und Japan (4/100000) fast 20-mal höher.

Innerhalb Europas ist die Inzidenzrate in Skandinavien deutlich höher als im Mittelmeerraum. Mit 58.000 Neuerkrankungen in Deutschland machte das Prostatakarzinom im Jahr 2004 ca.25% der bösartigen Neuerkrankungen des Mannes aus. Insgesamt werden dreiviertel der Erkrankungsfälle bei Männern über 65 diagnostiziert. Dies zeigt auch die altersbezogene Inzidenzrate mit 1-2/100000 für 40-Jährige im Vergleich zu 1200/100000 bei 80-jährigen.

Ein eindeutiger Grund für den markanten Unterschied zwischen einzelnen Ländern und ethnischen Gruppen konnte bislang noch nicht gesichert werden, hier ist ein multifaktorieller Erklärungsversuch am naheliegensten. Genetischen- wie auch Umweltfaktoren und Ernährung wird jeweils eine ätiologische Rolle zugesprochen. Körpergröße, Gewicht, Rauchen und Alkohol sowie die sexuelle Aktivität haben keinen Einfluss auf das Prostatakarzinomrisiko.

Vorsorgeprogramme bzw. die gezielte Initiative und damit zusammenhängende Aufklärung von Patienten spielen jedoch eine wichtige Rolle. Die frühzeitige Erkennung von im speziellen asymptomatischen Tumoren ist durch den PSA-Test eher in den industrialisierten Nationen als in Schwellenländern gegeben. Insbesondere in den USA ist das PSA-basierte Screening weit verbreitet und dürfte den größten Anteil an den gestiegenen Neuerekrankungsraten haben. Hierdurch kam es zu einem „stage-„und „age-shift“ mit deutlicher Zunahme an früheren Prostatakarzinomstadien insbesondere bei jüngeren Männern.

Die Prostatakarzinomvorsorge gehört inzwischen zu den am häufigsten durchgeführten Vorsorgeuntersuchungen des Mannes und bildet einen essentiellen Bestandteil der urologischen Praxis. Sie setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen, die einen unterschiedlichen Wert für die Früherkennung des Prostatakarzinoms besitzen. Die wichtigsten Säulen der Prostatakarzinomvorsorge sind die digital-rektale Untersuchung, die Serumbestimmung des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) sowie die transrektale Ultraschalluntersuchung. Bei speziellen Fragestellungen können erweiterte Methoden wie die Kernspintomographie, spezielle ultraschallbasierte Verfahren oder Urintests (z.B. PCA3) eingesetzt werden.

Spezielles Wissen. Modernste Therapien.

Sowohl operativ-chirurgisch aber auch konservativmedikamentös zählt die Behandlung des Prostatakarzinoms zu den besonderen Stärken der Universitätsklinik Tübingen. Das Prostatakarzinom ist die häufigste Tumorerkrankung des Mannes und deshalb von zentraler Bedeutung für die urologische Klinik.

Eine funktionierende Uro-Onkologie-Einheit erfordert daher auch bewährte Standards in der Diagnostik und Therapie. Diese Standards werden im Rahmen eines zertifizierten Prostatakarzinom-Zentrums erreicht.
Wöchentliche Tumorkonferenzen (MDT (Multidisciplinary Team) prä- und posttherapeutisch) sowie interdisziplinäre Sprechstunden sind das Rückgrat des Prostatakarzinom-Zentrums.

Großflächenschnitt-basierte Illustration der tumortragenden Bereiche einer Prostata.

Besonders Patienten mit einem Hochrisiko-Prostatakarzinom profitieren von der umfassenden Beratung. Die Roboter-assistierte transperineale Prostatabiopsie dient als Basis für aktive Überwachung. Mittels Bildfusion kann dieses Verfahren die Prostatabiopsie wesentlich verbessern und die Reproduzierbarkeit im Rahmen der aktiven Überwachung überhaupt erst ermöglichen. Dieses Verfahren eröffnet somit einen neuen Horizont in der Diagnostik und Therapie des
Prostatakarzinoms.

Zirkulierende Tumorzellen im Blutgefäß. Neue Methoden ermöglichen deren Detektion.

Die radikale Prostatektomie ist sowohl offen chirurgisch, laparoskopisch als auch mit dem da Vinci® Roboter möglich. Der Systemtherapie kommt vor allem im metastasierten Stadium eine wesentliche Bedeutung zu. Der Zugang zu Studien erlaubt den Patienten die modernsten Therapien unter kontrollierten Bedingungen zu erhalten. Innovation und Evolution sind Triebfedern in der Weiterentwicklung der Therapie des Prostatakarzinoms.

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