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Therapie Krampfader des Hodens

Nicht jede Varikozele bedarf einer sofortigen Operation. Führend ist in der Entscheidung die Schmerzsymptomatik des Patienten.

Anders verhält es sich in der Entscheidung hinsichtlich der Fruchtbarkeit. Bei Kindern sollte eine Krampfader auch ohne Schmerz dann behandelt werden, wenn der betroffene Hoden eine Wachstumsverzögerung (Größe) aufweist. Beim Erwachsenen ist der Stellenwert der Operation einer Krampfader bei Kinderwunsch und auffälligen Ergebnissen der Samenergussuntersuchung nicht eindeutig geklärt. Studien berichten hier unterschiedliche Ergebnisse. Zumindest sollte schon eine ausgeprägte Varikozele (Grad 2-3) vorliegen, um mit einem entsprechenden Erfolgsergebnis nach Operation rechnen zu dürfen. Es bedarf hier der individuellen Beratung.

Folgende Operationstechniken werden hier unterschieden:

  • Verklebung/Verödung der Krampfader nach „Tauber“: hierbei wird über einen kleinen Schnitt am Hodensack eine der Venen aufgesucht und eine geringe Menge eines Gemisches aus speziellem Klebstoff und Luft in das Gefäß gespritzt, welches die Venen verschließt.
  • Operation nach Ivanissevich: hierbei wird in Höhe der Leiste, oft unter Zuhilfenahme eines Mikroskops, jede einzelne Vene aufgesucht und durchtrennt.
  • Operationen nach Bernardi oder Palomo: bei diesen Operationen erfolgt die Durchtrennung der Venen oberhalb der Leiste im hinteren Bauchraum. Insbesondere bei der Operation nach Palomo wird eine minimal-invasive Operation in Schlüssellochtechnik (Laparoskopie) angewendet.
  • Verklebung/Verödung der Krampfader über eine Gefäßkatheteruntersuchung über die Leiste: es ist eine selten angewandte Technik. Ähnlich dem Herzkatheter wird hier über die Beinvene ein Katheter bis zur Einmündung der Hodenvene vorgeschoben und diese mit unterschiedlichen Materialen verschlossen.

Indikation und Wahl des Operationsverfahrens sollte individuell mit dem Patienten besprochen werden.

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