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Diagnostik von Blasentumor

Bei jedem Patienten mit Verdacht auf Blasentumor muss in jedem Fall die Abklärung durch eine Blasenspiegelung erfolgen. Weiterhin beinhaltet jede Abklärung eines Patienten mit Verdacht auf Blasentumor eine Untersuchung des Urins, eine sonographische Abklärung der Nieren und der Blase und ggfs. eine Röntgenuntersuchung der Niere mit Kontrastmittel.

Blasenspiegelung / Photodynamische Diagnostik

Blasenspiegelung / Photodynamische Diagnostik (PDD)

Eine Blasenspiegelung wird in der Regel in Lokalanästhesie durchgeführt und dient dazu, Veränderungen der Harnröhre, der Harnblase und ggfs. der Einmündungen der Harnleiter in die Harnblase zu erkennen. Tumoren der Harnblase stellen sich meist als blumenkohlartige Gewächse dar, die von der Blasenwand ausgehen.

Schwierigeiten kann unter Umständen die Erkennung eines Blasentumors, der nicht in die Blase rein wächst sondern sich flach dartellt, machen. Zur verbesserten Darstellung dieser Tumoren kann die sogenannte photodymamische Diagnostik angewandt werden. Unsere Klinik war eine der ersten, die diese Technik in Deutschland mit anwenden.

Hierbei wird ein spezieller fluoreszierender Farbstoff verwendet (Hexvix®, GE Healthcare), der sich nach Einwirkung in der Blase im Tumorgewebe anreichert. Das Einbringen der Arzneimittellösung erfolgt über einen dünnen Blasenkatheter und ist für den Patienten ungefährlich. Der Wirkstoff wird von Tumorzellen verstärkt aufgenommen und bewirkt, dass diese unter Ausleuchtung mit Blaulicht rot fluoreszieren. Auf diese Weise können Tumoren besser erkannt und vollständiger entfernt werden.

Das linke Bild zeigt den Blasentumor unter herkömicher Sicht.
Das rechte Bild zeigt den Blasentumor unter Fluoreszenz (rot leuchtend).

Urinmarker

Urinmarker

Für eine urinbasierte Detektion des Blasenkarzinoms stehen verschiedene urinbasierte Marker zur Verfügung. Diese basieren einerseits auf Veränderungen der im Urin enthaltenen Zellen und andererseits auf der Messung von im Urin enthaltenen Eiweißen. Da die verschiedenen Tests auf unterschiedlichen Verfahren basieren, kann durch eine Kombination dieser Tests die Genauigkeit für die Dektektion eines Blasenkarzinoms deutlich verbessert werden (Todenhöfer et al., Cancer Cytopathology 2013). Die Klinik für Urologie Tübingen gilt zu den weltweit führenden Zentren für die urinbasierte Diagnostik des Blasenkarzinoms.

Urinzytologie

Der am längsten und besten etablierte Marker ist die konventionelle Urinzytologie. Hierbei wird der zentrifugierte Urin mittels einer speziellen Färbung bearbeitet und die im Urin enthaltenen Zellen mikroskopisch untersucht. Schlecht differenzierte Tumoren und das sogenannte carcinoma in situ können mittels Urinzytologie relativ zuverlässig detektiert werden. Bei papillären Tumoren mit guter Differenzierung (pTaG1) hingegen ist die Sensitivität eingeschränkt und der Test kann, obwohl ein Tumor vorhanden ist, negativ ausfallen.

Das Bild zeigt eine Urinzytologische Untersuchung. Die Zellen des Urinsediments werden nach Papanicolau angefärbt und mikroskopisch auf typische Veränderungen von bösartigen Zellen untersucht.

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