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Tumore der Harnblase

Das Harnblasenkarzinom verursacht unter allen bösartigen Tumoren die höchsten Kosten im deutschen Gesundheitssystem. Bei Männern ist es der fünfthäufigste und unter Frauen der achthäufigste bösartige Tumor. Die Neuerkrankungsrate des Harnblasenkarzinoms liegt in der Bundesrepublik Deutschland bei 48 pro 100.000 Einwohner bei Männern und bei 19 pro 100.000 Einwohner bei Frauen. Nach aktuellen Hochrechnungen des Robert-Koch Institutes in Berlin lagen in der Bundesrepublik im Jahr 2010 etwa 85.800 Erkrankungsfälle bei Männern und 26.600 Erkrankungsfällen bei Frauen vor. Das mittlere Erkrankungsalter liegt sowohl bei Männern als auch bei Frauen vergleichsweise hoch im achten Lebensjahrzehnt. Verglichen mit dem Jahr 1980 hat die Neuerkrankungsrate für das Jahr 2004 mit 35% bei Männern und 75% bei Frauen deutlich zugenommen. Im internationalen Vergleich war für das Jahr 2006 die Neuerkrankungsrate in Deutschland nach Dänemark am zweithöchsten und überstieg damit die Raten aus den USA und Asien (Quelle: Robert Koch Institut Berlin).

Etwa 70-75% aller Harnblasenkarzinome werden im oberflächlichen Tumorstadium diagnostiziert (sog. pTa-Stadium). Sie kennzeichnen sich durch eine hohe Neigung zum Wiederauftreten bei einer geringen Neigung zu aggressiven Wachstumsformen im Verlauf. Ca. 20-25% der erstdiagnostizierten Fälle im sog. invasiven Stadium (sog. T1-T4 Tumorstadium) diagnostiziert, von denen wiederum ca. 20% bereits eine Tumorabsiedelungen in Fernorganen (z.B. Leber, Lunge, Knochen) aufweisen.

Mögliche Symptome

Ein typisches Symptom, das auf das Vorliegen eines Tumors der Harnblase hindeuten kann, ist die sogenannte schmerzlose Makrohämaturie. Schmerzlose Makrohämaturie ist definiert als für das grobe Auge sichtbare Beimischungen von Blut im Urin ohne gleichzeitige Beschwerden beim Wasserlassen. Eine schmerzlose Makrohämaturie sollte immer durch eine Blasenspiegelung abgeklärt werden (s. Diagnostik).

Auch eine für das grobe Auge nicht sichtbare, aber durch eine Urinuntersuchung festgestellte anhaltende Blutbeimischung im Urin (eine sogenannte Mikrohämaturie) kann durch einen Blasentumor verursacht werden. Allerdings gibt es noch zahlreiche andere Erkrankungen, die eine Mikrohämaturie verursachen können (unter anderem Erkrankungen der Niere und Steinerkrankungen), so dass die Diagnostik hier immer auch eine Abklärung durch einen internistischen Nephrologen beinhalten sollte.

Weitere Symptome, die durch einen Blasentumor verursacht werden können, sind irrititative Beschwerden beim Wasserlassen (wie z.B. häufiger Harndrang mit kleinen Miktionsmengen, häufiges nächtliches Wasserlassen) oder, wenn der Tumor in der Nähe der Mündung des Harnleiters in die Harnblase liegt, Flankenbeschwerden durch einen Harnstau. Bei fortgeschrittenen Tumoren, die die Blasenmuskulatur schon infiltrieren, können ausserdem Beschwerden durch Befall der umliegenden Organe (wie z.B. Stuhlunregelmäßigkeiten) oder Fernmetastasen (z.B. Schmerzen der Wirbelsäule durch Knochenmetastasen) vorliegen.

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