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Therapie

Transportstörung nach Sterilisation

Die Therapie des unerfüllten Kinderwunsches richtet sich entscheidend nach der festgestellten Ursache.
Unter den Transportstörungen lassen sich am erfolgreichsten Männer nach Sterilisation behandeln.

Hier ist eine Wiederverbindung der ehemals durchtrennten Samenleiter unter dem hochauflösenden Operationsmikroskop möglich. Die Erfolgschancen für eine erneute Durchgängigkeit des Samenleiters nach Operation liegen bei bis zu 70%, die Schwangerschaftsraten sind etwas niedriger. Die nachfolgende Abbildung zeigt den Blick des Operateurs durch das Mikroskop während der Operation (Vasovasostomie).

Das linke Bild zeigt die Fäden, mit denen die Samenleiterenden wieder verbunden werden. Ein Faden ist dünner als das menschliche Haar; der Durchmesser des Kanals liegt unter 1 Millimeter. Das rechte Bild zeigt die neue Verbindung mit den geknoteten Fäden.

Ist der Durchgang des Samenweges aus anderen Gründen behindert, finden sich ebenfalls für wenige Erkrankungen Möglichkeiten der Therapie. Die Erfolgsaussichten sind hierbei allerdings schlechter als nach Sterilisation.

Samenproduktionsstörung

Liegt die Ursache in einer Samenproduktionsstörung, so ist zumeist eine künstliche Befruchtung notwendig. Hierbei werden im Reagenzglas Samenfäden und Eizellen vereinigt, nach erfolgreicher Befruchtung wird die befruchtete Eizelle in die Gebärmutter eingebracht.

Entscheidend ist, ob sich Samenfäden im Samenerguss finden und somit natürlich gewonnen werden können, oder ob Samenfäden komplett abwesend sind (Azoospermie). Für diesen Fall ist eine Operation notwendig, bei der in kurzer Narkose Hodengewebe mit hoffentlich dann enthaltenen Samenzellen entnommen wird. Dieses kann entweder frisch für eine künstliche Befruchtung verwendet werden oder wird in flüssigem Stickstoff bei -196 °C tiefgefroren (Kryokonservierung).

Kryokonservierung

Die Kryokonservierung von Hodengewebe ist nicht nur für die künstliche Befruchtung notwendig. Nicht selten sind junge Männer von anderen Erkrankungen betroffen, deren Therapie ein Risiko für die Fruchtbarkeit darstellt. So können Chemotherapie oder Bestrahlung  von Krebserkrankungen die Produktion von Samenfäden zeitweise oder gar dauerhaft beeinträchtigen. Für diesen Fall können wir vor der Durchführung einer Therapie eine Sicherung der Fruchtbarkeit durch Einfrieren von Samenfäden anbieten. Sowohl Samenerguss (Ejakulat), als auch Hodengewebe können so über viele Jahre und Jahrzehnte für eine spätere künstliche Befruchtung aufbewahrt (kryokonserviert) werden. Leider gehört dieses Angebot nicht zum Leistungsspektrum der Krankenkasse, so dass die Patienten den Aufwand und die Lagerung aus eigener Tasche finanzieren müssen. Die nachfolgenden Bilder zeigen Auszüge aus dem Vorgang der Kryokonservierung.

Das linke Bild zeigt das Einspritzen von Samenfäden, gelöst in spezieller Einfrierflüssigkeit, in die Lagerungsröhrchen („straws“).
Das mittlere Bild zeigt die Zugabe von flüssigem, eiskaltem (-196°C) Stickstoff in das Einfriergefäß.
Das rechte Bild zeigt die Transportbox für den Versand zu einem externen Anbieter, der die langfristige Lagerung übernimmt.

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