24h - NOTFALL - Telefon: +49 7071 29-86000
Diese Webseite verwendet Cookies. Sie akzeptieren unsere Cookies, wenn Sie fortfahren diese Webseite zu nutzen. Weiterlesen …

Therapie der Penisverkrümmung

Wenngleich für die meisten Patienten die Erkrankung emotional sehr belastend ist, sollten operative Maßnahmen nicht überhastet angewendet werden. Für die Induratio penis plastica ist eine spontane Besserung innerhalb eines Jahres ohne ärztliches Zutun von 10-15 % in der Literatur berichtet.

Das Symptom des Schmerzes verschwindet bei über 90% der Patienten innerhalb eines Jahres von selbst. Günstigen Einfluss kann hier die Anwendung einer extrakorporalen Stoßwellentherapie (ESWT) haben. Medikamentöse Therapien werden häufig angewendet, sind aber in Ihrer Wirksamkeit limitiert. Häufig angewendet wird das Kaliumsalz der 4-Aminobenzoesäure, welches regelmäßig 4 Mal pro Tag eingenommen wird. Ebenso finden Vitamin E oder das Auftragen von Verapamilsalbe Anwendung. Große Studien zu diesen Medikamenten fehlen, trotzdem finden sich immer wieder Patienten mit einem positiven Effekt. Bevor schließlich operative Therapien angewendet werden, sollte die Erkrankung mindestens 6 Monate stabil sein, um einem Wiederauftreten nach der Operation vorzubeugen. Ziel der Operation ist die Streckung des Gliedes.

Zwei grundlegende Techniken werden unterschieden:

  • Rafftechniken führen durch eine Verkürzung der nicht betroffenen Schwellkörperseite zu einem Ausgleich der Verkrümmung unter Inkaufnahme einer Verkürzung des Gliedes
  • Techniken mit Ein- und Ausschneiden der Narbe machen eine Deckung des entstehenden Defektes durch Ersatzgewebe notwendig. Wir verwenden hierzu Tachosil®

Die Entscheidung, welche Operationstechnik angewendet wird, ist nicht immer einfach und sollte stets individuell getroffen werden. Erektionsschwäche, Gefühlsstörung und Verkürzung sind in mehr oder weniger ausgeprägtem Ausmaß Risikofaktoren beider Eingriffe. Aus diesem Grunde ist die starke Verkrümmung mit Unfähigkeit oder starker Einschränkung des Geschlechtsverkehrs die wesentliche Indikation zur Operation.

Voraussichtlich werden in der Zukunft weitere Therapiemöglichkeiten zur Verfügung stehen. Aktuell wird die Anwendung eines Medikamentes geprüft, das in der Lage ist durch Einspritzen in die Narbe diese aufzulösen und somit nach Dehnung des Gliedes dessen Verkrümmung zu korrigieren.

Ob und wann diese Therapien uns und unseren Patienten zur Verfügung stehen ist aktuell noch offen.

© Klinik für Urologie Tübingen - Unterstützt durch den Förderverein Urologie e. V. - Gemeinnütziger Verein