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Therapie der Erektionsschwäche

Leider ist nur in Einzelfällen eine so genannte „ursächliche“ Therapie der Erektionsschwäche mit Wiederherstellung der früheren Funktion möglich. Dies betrifft in erster Linie jüngere Patienten, deren Erektionsschwäche von einer Verletzung des Beckenbodens herrührt (zum Beispiel Sturz auf die Fahrradstange).
Bei den meisten Patienten ist zwar nur eine symptomatische Therapie, diese aber erfolgreich möglich.
Folgende Therapien werden nachfolgend kurz erläutert:

  • 5-Phosphodiesterasehemmer („Potenzpillen“ umgangsprachlich)
  • Schwellkörperautoinjektionstherapie (SKAT)
  • Medikamentöse Therapie mit „Harnröhrentabletten“
  • Anwendung einer Vakuumerektionshilfe
  • Schwellkörperprothesen

Seit über 10 Jahren stehen verschiedene Potenzpräparate zur Verfügung, die einfach anzuwenden und effektiv sind. Wichtig ist, dass in jedem Fall ärztlich die Prüfung und Entscheidung über diese Therapie getroffen wird. Zwar sind viele Wirkstoffe mittlerweile über das Internet aus anderen Ländern rezeptfrei zu erwerben, von einer unkontrollierten Anwendung muss allerdings abgeraten werden. In jedem Einzelfall ist zu prüfen ob eventuell Gegenanzeigen gegenüber einer Therapie mit diesen Medikamenten bestehen (Beispiel: Patienten nach Herzinfarkt die „Herzsprays“ einnehmen).
Ist mit den genannten Medikamenten eine Erektionsschwäche nicht ausreichend zu behandeln, so kann entweder durch Gabe eines Medikamentes zur Gefäßerweiterung über die Harnröhre (MUSE®) oder durch direkte Gabe mittels Injektion in den Schwellkörper (Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (SKAT)) vor jedem Geschlechtsverkehr eine Erektion erzielt werden.

Eine gute Alternative unter Verzicht auf Medikamente stellt eine so genannte Vakuumerektionshilfe dar. Entgegen der Gerüchte muss diese nicht im Erotikfachgeschäft bezogen werden. In der Regel bieten Urologen diese Therapieoption als Verordnung über einen seriösen Medizinproduktehersteller an. Diese Geräte erzeugen eine Erektion mittels Unterdruck, wodurch sich die Schwellkörper reichlich mit Blut füllen – spezielle Penisringe halten dann diese Erektion bis zu einer Dauer von maximal empfohlen 30 Minuten.

Bleibt dem Patienten durch alle zuvor genannten Maßnahmen eine ausreichende Erektion verwehrt, so kann mit hoher Zufriedenheitsrate die operative Einsetzung einer Schwellkörperprothese angeboten werden.

Das linke Bild zeigt eine sogenannte semirigide Penisprothese, welche mittels Biegung das Glied in die notwendige aufrechte Position bringt.
Das rechte Bild zeigt eine hydraulische Penisprothese; durch Betätigung einer im Hodensack eingebrachten Pumpe lässt sich die Prothese versteifen und wieder entspannen (jeweils mit freundlicher Genehmigung durch American Medical Systems®).

Abschließend bleibt zusammenzufassen, dass vielen Patienten eine erfolgreiche Therapie der Erektionsschwäche ermöglicht werden kann. Die erektile Dysfunktion beim Mann ist nicht selten und sollte daher kein Tabuthema sein.
Den Mut zur Kontaktaufnahme mit dem Urologen muss jeder selbst aufbringen – wir stehen Ihren Fragen jederzeit offen gegenüber.

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