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Deutschlandweit erstes roboter-assistiertes Prostatabiopsiesystem

Bei Patienten mit lokal begrenzten Prostatakarzinom mit günstig zu bewertender Risikoklassifikation (niedriger PSA-Wert, geringer PSA-Anstieg, geringe Tumorlast und Aggressivitätsgrad Gleason ≤ 6) stehen neben der operativen und radioonkologischen Behandlung mit primär kurativer Intention ,alternativ auch Strategien zur sogn. aktiven Überwachung (Active Surveillance) zur Verfügung.

Unter der aktiven Überwachung soll ein Fortschreiten der Erkrankung rechtzeitig erkannt werden, um dem Patienten die Option einer weiterhin kurativen und möglichts lokaliserten Therapie zu erhalten. Wird jedoch die Aggressivität des Tumors bei seiner Diagnose falsch eingeschätzt, kann der richtige Zeitpunkt verpasst werden. Die wichtigtse Grundlage dieser Einschätzung bildet weiterhin die Prostatabiopsie.
Die Biopsie sollte hierbei exakt die Tumorlast, -aggressivität, als auch die Lokalisation dokumetieren. Mit der derzeit eingesetzten Technik wird das Risiko einer insuffizienten Aggressivitätsbeurteilung  im Bereich von 20 % bis annähernd 50 % Prozent angegeben. Mit Hilfe von hochauflösenden MRT- bzw. HistoScanning-Ultraschall Untersuchungstechniken können zwar malignomsuspekte Areale früh diagnostiziert werden, jedoch gestaltet sich die gezielte und langfristig nachvollziehbare Biopsieentnahme aufgrund technischer Limitationen, vor allem im Bereich der Bildfusion und Zielführung erschwert.

Durch die Einführung eines neuen  roboterbasierten Navigationssystems können diese Limitationen nun überwunden und in der Bildgebung suspekt eingestufte Befunde gezielt bioptisch abgeklärt werden. Hierzu werden alle Bilddaten der tumor-verdächtigen Areale am Biopsiesystem eingelesen, markiert und dann in die Bildverarbeitung der hochauflösenden roboter-gesteuerten Ultraschallbiopsieeinheit zur Punktionsplanung in die laufende Ultraschalluntersuchung integriert. Diese Navigationsdaten stehen dann dem Biopsieroboter in Echtzeit und in anatomischer Übereinstimmung für die Biopsieentnahme zur Verfügung.

Darüber hinaus erfasst das System exakt den Entnahmeort jeder einzelnen Gewebeprobe in allen drei Dimensionen. Somit kann im Anschluss an die Biopsie jedem Karzinombefund korrespondierend sein exakter Ort mit seiner individuellen Ausdehnung, sowie Aggressivität zugeordnet werden. Diese exakte Ausdehnungsdiagnostik, als auch –dokumentation bildet die unabdingbare Voraussetzung für die zuverlässige aktive Überwachung und bietet den Patienten eine erhöhte Sicherheit für eine korrekte Risikoklassifizierung. Der Eingriff erfolgt schmerzfrei in einer Kurznarkose über zwei Punktionen im Dammbereich.

Diese Technik erlaubt neben minimaler Invasivität, gleichzeitig im Vergleich zur durch den Enddarm durchgeführten Standardbiopsie, die Reduktion des Infektionsrisikos mit resistenten Keimen.
Wir beraten Sie gerne bei weiteren Fragen.

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